HII – «History repeats itself»!
Mrz13

HII – «History repeats itself»!

«History repeats itself» – dieses Bonmot der Geschichtsschreibung wird immer wieder von Historiker:innen vorgebracht, wenn wir uns mit geschichtsträchtigen Ereignissen konfrontiert sehen. Gerade dann, wenn wir denken «Das ist noch nie gesehen 😲». Nun ja, die Geschichte des Homo Sapiens ist ca. zwei Millionen Jahre alt. In dieser Zeit ist einiges geschehen und mit jedem Jahr sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass etwas Neues zum ersten Mal geschieht. Viel mehr sind die heutigen Ereignisse entweder bereits irgendeinmal irgendwo so geschehen oder weisen sie zumindest grosse Ähnlichkeiten mit der Vergangenheit auf. Und manchmal hat man es auch selbst im Stock, Ereignisse wieder geschehen zu lassen und dafür zu sorgen, dass sich die Geschichte wiederholt!     Vor zwei Jahren haben wir an dieser Stelle geschrieben «Francis Fukuyama propagierte 1992 das Ende der Geschichte! 28 Jahre später ist es da. Francis, you’re welcome!». So wie es 1992 nicht das Ende der Geschichte war, war es das auch 28 Jahre später nicht. Weshalb? Weil wir dafür gesorgt haben, dass sich die Geschichte wiederholt! Wir stehen zum zweiten Mal in Serie dort, wo wir gemäss unserem Selbstverständnis hingehören: Platz 1 der Gruppe 3 in der 2. Liga Grossfeld! Nach oben kommen ist schwer, oben zu bleiben noch schwieriger. Fragt Roger Federer, fragt Marcel Hirscher, fragt Marit Bjørgen, fragt Tom Brady, fragt Simone Biles, fragt Shaun White, fragt Allyson Felix. Ihr denkt, Pirmin Zurbriggen hat damals den Skizirkus dominiert? Ihr denkt, Martina Navrátilová hat damals das Frauentennis dominiert? Ihr denkt, Tom Brady hat damals mit seinen New England Patriots die NFL dominiert? Wir sind nach oben gekommen, oben geblieben und bleiben dort – vierzehn Spiele, dreizehn Siege. Dominanz hat einen neuen Namen: s’ Herre II! Fragt Luki Abächerli, fragt Björn von Rotz, fragt Roger Christen, fragt Bubu, fragt Roman von Wyl, fragt Robin Durrer. Haben wir vor zwei Jahren an dieser Stelle geschrieben, dass die Saison 2019/2020 die Krönung der Unihockeydynastie vom Herre II war, was ist dann die Saison 2021/2022? Darauf gibt es nur eine Antwort: Regentschaft! Die 72 Jahre von Sonnenkönig Louis XIV auf dem Thron Frankreichs? Ein Fingerschnippen dagegen. Das 70-jährige Commonwealth Thronjubiläum von Queen Elizabeth II.? Ein Wimpernschlag dagegen. Kaiser Franz Joseph I. 68-jährige Dynastie über Österreich, Ungarn und Böhmen? Ein Muskelzucken dagegen. Wir orientieren uns am historischen Vermächtnis der Ägypter mit den Pyramiden von Gizeh. An der Magie der Wolkenstadt Machu Picchu der Inka. An der Schönheit der Hängenden Gärten der Semiramis im alten Babylon. Nichts minder als die Schaffung eines neuen Weltwunders haben wir im Sinne! «History repeats itself» – wir melden uns am Ende der nächsten Saison wieder!     s’Herre II 2021/2022: Andi Ming, Luki Wiese, Ronny Barmettler,...

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HII – Es ist schön, zurück zu sein
Okt25

HII – Es ist schön, zurück zu sein

Lange habt ihr nichts mehr von uns gelesen, gesehen und gehört. Fast macht es den Anschein, als wären wir abwesend gewesen. Wir haben euch das Bild vermittelt, in der Versenkung verschwunden zu sein. Anders ausgedrückt: Von der Bildfläche verschwunden. Oder noch einmal anders ausgedrückt: Untergetaucht. Doch nun sind wir zurück! Und es fühlt sich gut an! Sehr gut sogar! Was geschah in der Zwischenzeit? Die Saison 2020–2021 wurde abgebrochen und wir verabschiedeten uns ungewohnt früh in die Sommerpause. Untätig waren wir aber nicht, im Gegenteil. Zum einen haben wir einigen altgedienten Herren I-Spielern Obdach geboten (von denen die Hälfte nach kurzer Zeit wieder ins «Eis» zurückkehrten, wieso auch immer…🤷‍♂️). Zum anderen wurden Kinder in die Welt gesetzt. Und zwar so viele, dass das Bier-Mitbringen koordiniert werden musste. Es ging also etwas. Und dann durften wir ja auch wieder mit dem Unihockeyspielen beginnen 😍 Hier hat sich hingegen wenig verändert. Da erlebt man als (verletzter) Chronist Déjà-vu um Déjà-vu! Die Panoramasicht vom Speakertisch in der Sporthalle Alpnach ist immer noch so atemberaubend wie vor einem Jahr. Der Turnhallenboden sieht immer noch aus wie ein 50-Jahre alter Ikea-Teppich in einer Studierenden-WG und auf den WCs muss man den Wasserhahn immer noch mit einem Fusspedal bedienen. Wobei Halt! Da hat sich etwas verändert: Jetzt gibt’s auf dem Männer-WC Urimat-Pissoirs, die ohne Wasserspülung funktionieren. Für den Ausbau der Spül-Fusspedalen der alten Pissoirs fehlte aber wohl das Geld. Und so bleiben verwirrte Gäste zurück, die mit dem Fuss mehrmals auf die Spülung drücken, ohne dass etwas geschieht. Aber zurück zum Unihockeyspiel, weil hier sind wir mit den Déjà-vus stehen geblieben: Da werden als hinterster Mann blinde Backhand-Pässe quer durch die eigene Box gespielt. Da wird versucht, den Ball quer über das Feld zu spielen, durch eine Lücke hindurch so gross wie ein Golfball und an drei Gegenspielern vorbei. Da werden in der gegnerischen Hälfte so viele Querpässe gespielt, dass man am Schluss hinter der Grundlinie steht. Da wird man in Unterzahl ausgekontert, weil die Hoffnung auf einen Unterzahltreffer die Sinne vernebelt und ein unerklärlicher Offensivdrang ausgelöst wird. Da ist man am Schluss mit der Leistung maximal unzufrieden und hat trotzdem 14:6 gewonnen 🤯 Tja, so ist das eben wenn man im Zwei spielt. Mental nicht immer einfach, schlussendlich aber halt doch erfolgreich 😉 Und so grüssen wir nach fünf Spielen einmal mehr von der Tabellenspitze und sorgen für gute Unihockeynachrichten aus dem Herzen der Schweiz, in Zeiten, in welchen es dem Eis nicht ganz so gut läuft: You’re welcome, dear Obwaldner Unihockeyfamilie!* *Das hat sich im Übrigen auch nicht verändert: Ironie und Augenzwinkern bleiben feste Bestandteile der Berichterstattung 😎😘                                                             Ad Astra Sarnen II...

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HII – Old but Gold.. und Falken!
Okt12

HII – Old but Gold.. und Falken!

Dass es eine spezielle Unihockeysaison werden würde, war bereits im Voraus klar. An diesem fünften Spieltag mussten in unserer Gruppe nun auch die ersten Spiele wegen Coronafällen abgesagt werden. Unser Spiel gegen die Glattal Falcons zum Glück nicht. Was wahrlich ein Glück war, denn «Speziell» können wir auch ohne Coronavirus. Da war zum einen der Fakt, dass die Trainerbank mit drei Personen so stark besetzt war wie noch selten zuvor bei einem unserer Spiele in der 2. Liga. Die Umstände dafür sind verletzungsbedingt zwar weniger schön, der Erfolg dafür umso durchschlagender. Der Headcoach B. Husisco ist mit seiner bisherigen makellosen Trainerbilanz auf bestem Wege, sich ins Gespräch zu bringen, wenn Don Nachbaur beim SCB entlassen wird. Stellt sich nur die Frage, ob er ein solches Engagement über sein «Bianncoblu»-Herz bringt. Beim Pippo Lombardi-Klub sitzt Luca Cereda aber wohl ziemlich fest im Sattel. Wie dem auch sei, es gibt da noch eine andere Geschichte vom letzten Samstag.     Dazu machen wir kurz einen Umweg übers Tennis. Dort hat Rafa Nadal am Sonntag Nole Djokovic von der Asche auf dem Court Philippe Chatrier geschossen. Da halfen auch keine energetischen Transformationen oder emotionsgeladene Wassermoleküle mehr. Darauf wollen wir aber eigentlich auch gar nicht hinaus, sondern es sollte darum gehen, dass drei weit über 30-jährige den Tennissport seit Jahren prägen. Seit 2003 hat dieses Trio 56 von 62 Grand-Slam-Titel gewonnen und zeigt den «Jüngeren», wie erfolgreich man auch im gehobenen Sportalter noch sein kann. Nun, wir sind beim Herren II nicht ganz sooo erfolgreich wie die drei Herren aus der Schweiz, Spanien und Serbien, letzte Saison haben wir mit dem Gruppensieg aber auch das maximal Mögliche herausgeholt. Vor allem aber können wir es alterstechnisch locker mit den Tennisgrössen aufnehmen 👨‍🦳👨‍🦳 Wir meinen, stell dir vor, du hast einen 86er Jahrgang und bist plötzlich der Jungspund in deinem Block 👶 So erging es beispielsweise Chrigi Ming am Samstag. 34 ist aber auch noch kein Alter, wenn man weiss, wie lange Roggi Isler noch bei uns gespielt hat oder wir bald wieder einen äussert erfolgreichen 40-jährigen im Team haben werden. Also erfolgreich bei uns ist er schon, einfach (noch) nicht 40-jährig 😉   https://www.adastra.ch/wp-content/uploads/20201010_194337.mp4   Und sonst so? Wie letzte Woche grossspurig angekündigt, haben wir das Spiel gegen die Zürcher Falken gewonnen. Ein Augenschmaus war das nicht unbedingt (ausser vllt. der Bilderbuchkonter im Video oben), weshalb wir euch als Ersatz das Folgende anbieten können: Falkenkameras! 😍😍😍 Kamera 1 zeigt den Innenausbau des Zürcher Falkennestes an der Josefstrasse, bei der Kamera 2 könnt ihr einmal die Aussenplattform von diesem Nest bestaunen und habt eine wunderbare Aussicht auf den Hönggerberg (ja genau, in Zürich nennen sie...

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Das Gründungsmitglied Roger Isler
Okt12

Das Gründungsmitglied Roger Isler

„Meine Ad Astra Sternstunde“ Zu diese Frage kamen so viele Antworten von Roger Isler, sodass die Karriere, wie auch die Geschichte vom Verein kurz beschrieben werden könnten. Bleiben wir jedoch bei Roggi’s Sternstunden.  Dazu gehört die Vereinsgründung als damals 18-Jähriger oder alle als aktiver Spieler erlebten Aufstiege. Nicht zu vergessen ist die Saison 1997/1998, wo sein Team in der 1. Liga Kleinfeld ungeschlagener Gruppensieger und inoffizieller Schweizer Meister Kleinfeld wurde. Auch in spezieller Erinnerung bleibt die Saison 2005/2006, wo wir wegen des schweren Unwetters nicht in Sarnen trainieren und spielen konnten. Trotz den widrigen Umständen schaffte es das Team in die Aufstiegsplayoffs zur NLB. Im entscheidenden Spiel gegen Thurgau spielten sie in Stans vor 1’000 frenetischen Zuschauern. Leider verlor Sarnen das Spiel äusserst knapp. Doch nun zurück zu Roger und den Fragen von Patrick Pons.   Name: Roger Isler Spitzname: Rogi, Roggi Jahrgang: 1971 Geburtsort: Sarnen Beruf: Investment Advisory, Luzerner Kantonalbank Rückennummer: #21 Meine Rolle im Verein: Ehrenmitglied Bei Ad Astra seit: 1989 Vorherige Vereine:FC Sarnen, zudem FC Sachseln und Einhorn Hünenberg Motto: Im Unihockey: „D’Hallä muess brönnä“     Patrick Pons: Hand aufs Herz: Du hast nie in der NLA gespielt. Würde es dich nicht reizen, für Ad Astra nochmals die Schuhe zu schnüren? Roger Isler: Es gab damals Mitte der 90er Jahre NLA-Anfragen. Aber ich bevorzugte es, die 1989 gestartete Aufbauarbeit bei Ad Astra weiterzuführen. Klar, im Rückblick fehlt das Sahnehäubchen NLA. Aber ich bin sehr dankbar für all die langen, aktiven Jahre von 3. Liga Kleinfeld bis NLB.   Patrick Pons: Als Spieler warst du technisch nicht hochbegabt, gleichwohl hast du unglaublich viele Punkte erzielt und kaum einen Zweikampf verloren. Was ist dein Geheimnis? Roger Isler: Naja, wir mussten uns damals alles selbst beibringen. Als Jugendlicher war ich im Fussballclub Sarnen. Unihockey spielte ich lediglich im Gymi im Sportunterricht ohne grosse Ausbildungsunterstützung der Turnlehrer. Das grosse Kämpferherz war mir in die Wiege gelegt worden, von meinem Vater und meinem Onkel. Mit unbändigem Willen kann man viel erreichen.     Patrick Pons: Schafft Ad Astra in dieser Saison den Ligaerhalt? Was muss besser laufen als im letzten Jahr? Roger Isler: NLA bedeutet Topniveau in einer Sportart, wo die Schweiz bei den Herren weltweit zu den besten vier Nationen gehört. Als Spieler muss man sich da die Frage stellen, möchte ich einfach auch mal NLA gespielt haben oder will ich mich wirklich als NLA-Spieler etablieren. Bei zweiterem heisst es neben dem notwendigen Talent auch körperlich und mental topfit zu sein, eine individuelle und mannschaftliche taktische Reife zu entwickeln sowie über einen mitreissenden Siegeswillen und grosse Opferbereitschaft zu verfügen. Wenn jeder einzelne im Kader und im Staff sich da...

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HII – Auto-Love!
Sep28

HII – Auto-Love!

Wenn man in einer ländlichen Region lebt (und dazu zählen wir Obwalden (noch)), gehört das Auto in die Garage wie der Grill in den Garten, wie das Milchglas auf den Balkon von Häuserneubauten oder wie das 20 Franken Edelweisshemd „Made in China“ in die Landi. Als Unihockeyspieler weiss man die Mobilität zu schätzen, die einem das Auto verleiht. Aus (langer) Erfahrung kann nämlich gesagt werden, dass die Turnhallen der Schweiz weiss Gott nicht immer ganz einfach mit dem ÖV erreichbar sind… Es gibt aber auch jene Tage, an welchen einem die Grenzen der Autoliebe aufgezeigt werden. Am vergangenen Samstag war wieder einmal ein solcher Tag. Die Reise führte uns ins Sottoceneri nach Mendrisio. Reisezeit mit dem Zug (seit der eben erst erfolgten Eröffnung des Ceneri-Tunnels schneller als früher): 3h 20 Minuten. Reisezeit mit dem Auto (merci Gotthardstau): 4h 10 Minuten.     Aus diesem Anlass möchten wir euch deshalb gerne ein paar Autofakten mit auf den Weg geben: Das Strassennetz in der Schweiz ist ca. 71‘500 Kilometer lang. Das ist etwas mehr als eineinhalb Mal rund um die Erde. In der Schweiz sind etwas mehr als 6 Millionen motorisierte Strassenfahrzeuge immatrikuliert. Den schweizerischen Führerausweis besitzen aber nur etwas mehr als 6 Millionen Personen, weshalb also etwas mehr als ein Motorfahrzeug pro Person mit Führerausweis kommt. Im Schnitt sitzen in einem Auto ca. 1 ½ Personen. Das mittlere Tempo im Personenverkehr liegt bei knapp 40 km/h. Pro Jahr gibt es auf dem Nationalstrassennetz ca. 25‘000 Staustunden. Im Durchschnitt steht ein Auto ca. 23 Stunden pro Tag ungenutzt auf einem Parkplatz. Ihr fragt euch jetzt sicher, was dies mit dem Spiel gegen Mendrisio auf sich hatte? Nun, soviel kann gesagt werden, eigentlich gar nichts. Nachdem wir euch in der Vergangenheit aber bereits über die Vorzüge des Tessins informiert haben und euch Weintipps gegeben haben, sei es an dieser Stelle bitte verziehen, kommt alles ein wenig trockener daher. Entspricht offenbar auch mehr der von uns gezeigten Leistung in der Palestra Liceo von Mendrisio aber gewonnen ist gewonnen! Wenn das nächste Spiel von uns spritziger ist, wird es auch der Spielbericht wieder, Autoehrenwort!     SU Mendrisiotto – Ad Astra Sarnen II 6:7 (1:2, 3:4, 2:1) Palestra Liceo, Mendrisio, 60 Zuschauer*innen. SR Lagler/Kirner. Tore für Sarnen: 2. von Rotz. 11. von Rotz (Ming). 24. Ming (Durrer). 31. von Rotz (Ming). 33. Schürmann (Wintsch). 40. Ming (von Rotz). 52. Haas (Durrer). Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Mendrisio. 1mal 2 Minuten gegen Sarnen. Sarnen: L. Furrer; B. von Rotz, B. Haas, R. Durrer, L. Abächerli, D. Schürmann, M. Odermatt, J. Wintsch, D. Imfeld, R. Flühler, C. Ming, T. Lustenberger, R. Zurmühle Mendrisio:...

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HII – In letzter Sekunde
Sep20

HII – In letzter Sekunde

Wann hast du das letzte Mal die Uhr nach vorne genommen, um nach der Uhrzeit zu schauen? Wann war das letzte Mal, als du dich gefragt hast, ob die Zeit eigentlich stehen geblieben ist? Wann war das letzte Mal, als du dachtest, dass die Zeit wie im Fluge vergeht? Wann hast du das letzte Mal die Zeit vergessen? Zeit – nach ihr richten wir unser Leben rund um den Globus. Werden in England die Längenmasse Zoll, Fuss, Yards und Meilen verwendet, wird in den USA das Volumen in Unzen und Gallonen angegeben und zur Geschwindigkeitsmessung Meilen pro Stunde gebraucht, so gibt es in der Zeit keine Unterschiede: Sekunden, Minuten, Stunden. Die ganze menschliche Existenz basiert auf einer zeitlichen Begrenzung, die man zwar messen aber nicht vorhersagen kann. Egal ob dies in Europa, Afrika, Nord- und Südamerika, Australien oder in Asien ist, vor der Zeit sind wir alle gleich. Mit ihrer Allgegenwärtigkeit hat die Zeit schon viele Geschichten geschrieben, im Kleinen wie im Grossen und besonders oft im Sport: Am letzten Tag der Tour de France 1989 sicherte sich Greg LeMond im Zeitfahren den Gesamtsieg vor Laurent Fignon. Nach insgesamt über 87 Stunden Fahrzeit trennten die beiden am Schluss nur 8 Sekunden. Das legendäre Champions League Finale 1999 zwischen Manchester United und Bayern München, als ManU in der Nachspielzeit einen 0:1 Rückstand noch in einen 2:1 Sieg umwandelte. Letztes Jahr, als die Schweizer Eishockeynationalmannschaft im WM-Viertelfinal gegen Kanada bis 0,4 Sekunden vor Schluss in Führung lag und in der Verlängerung dann doch noch verlor. Damals, 2006, als Iulian Filipescu im Basler St. Jakob-Park in der 93. Minute den Ball einnetzte und den FC Zürich zum Meistertitel schoss. 1989, als der junge Michael Jordan in einem fesselnden finalen fünften Spiel der NBA Playoffs einen buzzer-beater für die Chicago Bulls erzielte und sie damit eine Runde weiter warf. Dieser Wurf hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag und wird gemeinhin nur «The Shot» genannt. Den ersten von insgesamt sechs NBA-Titeln mit den Chicago Bulls holte sich Jordan aber erst zwei Jahre später im Jahr 1991. Die Liste mit solch sporthistorischen Momenten in letzter Sekunde liesse sich beliebig lang erweitern. Einen möchten wir hier aber unbedingt noch hinzufügen, und zwar jener vom 19. September 2020. Das ganze Spiel zwischen uns und unserem Gegner Einhorn Hünenberg war ziemlich verrückt. Einen 3:0 Rückstand konnten die Hünenberger zu einem 8:9 Vorsprung rund fünf Minuten vor Schluss drehen. Dann kamen die letzten Sekunden des Spiels, die, je nach Sichtweise, eine halbe Ewigkeit dauerten oder in Lichtgeschwindigkeit vorbeigingen. Zweieinhalbminuten vor der Schlusssirene gleicht Chrigi Ming die Partie aus. Und dann, als alle schon mit der Verlängerung rechneten, nutzte Roger Christen...

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