Ein Eigengewächs auf steilem Weg nach oben

Der 15-jährige Noah Boschung kämpft um einen Stammplatz im NLB-Team von Ad Astra Sarnen. Sein Fernziel ist die Teilnahme mit der Schweizer Nationalmannschaft an der U19-WM im Frühling 2019.

Noah Boschung - der sympathische Junge von nebenan :-) (Foto: Claudio Reber)

Noah Boschung – der sympathische Junge von nebenan :-) (Foto: Claudio Reber)

 

Ein Blick vom Spielfeld auf das Matchblatt im letzten Heimspiel des NLB-Teams von Ad Astra Sarnen dürfte manchen Zuschauer erstaunt haben: Jahrgang 2001 hat der Spieler mit der Nummer 96, welcher inmitten von gestandenen Männern in ihren 20-gern und 30-gern auf dem Feld stand. Mehr als doppelt so alt sind einige Teamkollegen von Noah Boschung, der gerade einmal zarte 15 Lenzen auf dem Buckel hat. Im Heimspiel gegen Davos-Klosters stand er zum ersten Mal in der Startformation von Ad Astra Sarnen. «Und er machte seine Sache mehr als nur gut», spricht ihm sein Coach Otto Moilanen ein Lob aus. «Mich überrascht dies jedoch nicht, er hat in den letzten Monaten in den Trainings und in Testspielen immer wieder gezeigt, wozu er fähig ist.»

 

Nichts desto trotz ist der rasante Aufstieg des sympathischen Jungen erstaunlich. Noch im Frühjahr spielte der Giswiler mit den Altersgenossen von den U16-Junioren in den Playoffs, wo sie auf dem Weg zum Meistertitel erst im Halbfinale gestoppt wurden. Ein Erfolg auf Juniorenstufe, den Ad Astra in dieser Form zuvor noch nie erreicht hat.

Noah Boschung im Einsatz mit den U16-Junioren gegen Chur Unihockey (Foto: Simon Abächerli)

Noah Boschung im Einsatz mit den U16-Junioren gegen Chur Unihockey (Foto: Simon Abächerli)

 

Dies macht natürlich Hoffnung für die Zukunft, was auch der Sarner Routinier Roger Berchtold bestätigt: «Bei den Junioren ab Jahrgang 2000 hat es ein paar grosse Talente darunter. Neben einigen besonders talentierten Torhütern, sticht insbesondere Noah hervor.» Noahs Begabung ist auch den Talentspähern von Swiss Unihockey, dem Verband, nicht entgangen. Seit einigen Jahren ist er Stammgast in den Juniorenauswahlen, zuletzt wurde er erstmals für die U19-Nationalmannschaft aufgeboten. Auch dort war er der Jüngste im Team. «Daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt», meint Noah mit einem Schmunzeln.

 

Seine Ziele setzt Noah hoch: «Im Mai 2019 findet die nächste U19-WM statt. Dann will ich zum Kader der Schweizer Mannschaft gehören. Je mehr Einsätze ich bis dann mit der ersten Mannschaft von Sarnen in der NLB absolvieren kann, desto besser.» Für dieses hohe Ziel ist der Jungspund auch bereit, einiges zu investieren. Bis zu fünf Mal trainiert er aktuell pro Woche mit den Herren und verschiedenen Junioren-Teams, dazu kommen Spiele am Wochenende. Bemerkenswert ist dies umso mehr, als dass er seit einigen Jahren an Narkolepsie, einer seltenen Schlafkrankheit leidet. Diese beeinträchtigt Noah im Alltag stark. «Es ist wichtig, dass ich einen guten Schlaf-Rhythmus habe. Dies habe ich aber mittlerweile recht gut im Griff.» Otto Moilanen zeigt sich beeindruckt, wie sein technisch begabter Schützling mit diesen nicht einfachen Umständen umgeht: «Seine hohen Ambitionen, sein Fleiss und sein Wille sind bemerkenswert. Es macht wirklich Freude, mit Noah zusammenzuarbeiten.»

 

 

Einstand nach Mass im Fanionteam

In seinem ersten kompletten NLB-Spiel überzeugte Noah Boschung vor Wochenfrist auf der Center-Position zwischen den beiden finnischen Flügelstürmern Eronen und Liikanen. In der Offensive gelangen der Kämpfernatur zwei Assists, hinten stand er seinen Mann in den Zweikämpfen und erledigte mit gutem Stellungsspiel auch den Job in der Defensive tadellos. «Was mich bei Noah erstaunt, ist neben seinem Spielverständnis insbesondere die Art und Weise, wie er gegen körperlich überlegene Gegner in die Zweikämpfe steigt», meint Berchtold über seinen Teamkollegen. Ob dieser sein Talent auch im nächsten Heimspiel gegen Floorball Fribourg (Samstag, 19:00 Uhr, Dreifachhalle Sarnen) unter Beweis stellen kann, ist trotz der überzeugenden Leistung vor Wochenfrist noch unklar. Moilanen: «Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich einen breiten Kader habe. Die Aufstellung für das Spiel vom Samstag steht darum noch nicht definitiv. Noah wird in den nächsten Spielen aber definitiv wieder seine Einsätze erhalten.» Man merkt den Verantwortlichen von Ad Astra an, dass sie mit ihrem grossen Talent behutsam umgehen und sorgsam an höhere Aufgaben heranführen wollen. Schliesslich soll er ihnen noch lange Freude bereiten.

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Lesetipp: Unihockey.ch widmete unseren 2 vielversprechenden Talenten Noah Boschung und Torhüter Nils Schälin eine Doppelseite in der aktuellsten Ausgabe in der Rubrik „Generation 2000“

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